Heller die Fackeln nie leuchten

Jeder hat ja so einen jung gebliebenen Mitvierziger im Büro. Gitarrespieler, ehemaliger Bandleader sogar – nichts Bekanntes, aber sie hätten was werden können, Motorradnarr, Weinvirtuose, Kochkumpel, Augenzwinkerer, Cordjackenträger, totaler Technikfreak, Grillmeister, Aufguss-Wedler, Faustdick-hinter-den-Ohren-Haber. Und man fragt sich – und ich frage mich das wirklich, also streng und rein wissenschaftlich, wer um alles in der Welt hat diesen armen, aber hell leuchtenden Fackeln signalisiert, sie seien Gottes Geschenk, nicht nur an die Frauen, sondern auch an die gesamte Kollegenschaft. Wer ermutigte sie, stets einen kessen Spruch, ein letztes Wort im Munde zu führen, ein Grinsen, ein Schnalzen und Schnatzen, einen Pfiff oder noch schlimmer: zwei? Wer ermutigte sie, jeden in der Umkleidekabine aufgeschnappten Spruch auch ein 40. mal noch in die irgendwie dazu passende Situation oder ins Telefon zu plärren. Wer?


6 Kommentare on “Heller die Fackeln nie leuchten”

  1. Hakkan sagt:

    Einer dieser Gestalten bin ich…. Ich gehe tapfer weiter meinen Weg, durch dieses Leben voller kleiner Erfolge und großer Misserfolge. Ich hadere nicht mit dem vorgegebenen Weg, sondern schaue jederzeit, das beste draus zu machen. Ich habe viele Erfahrungen mit meinen Grenzen gemacht. das schlimmste jedoch sind Leute die aus Ihrer beschaulichen Welt, Leute die meine Kollegen und Nachbarn sind, Leute wie ich…., die beurteilen, und ihr eigenes kleines Leben zum Maßstab aufschwingen und sich an minimalen Vorteilen sättigen, über mich erheben, über meinem Kopf flattern und gleich kleinen Voegelchen piepsen und auf meinen Gartentisch kacken.

  2. glumm sagt:

    ich bin das. ich.

  3. Inch sagt:

    Das ist bestimmt hormonell bedingt 😀

  4. daoswald2493 sagt:

    Es gibt dem Beitrag von Frederic Ch.Reuter nicht viel hinzuzufügen. Das LEBEN und seine Gesamtgestaltung gibt uns diese Freiheit. Wenn wir anfangen es zu übersteuern werden wir künstlich. Wir leben nicht mehr und es entgeht uns ein nicht auszudenkendes Potenzial unseres eigenen ICH`s – wir würden es nicht gleich merken – weil wir unserer künstlichen charakterlichen Umstellung gar nicht bewusst sind. Wir würden wie schlechte Schauspieler durch das Leben gleiten – und davon gibt es doch genug.
    Also bleiben wir doch lieber Mensch und stärken unser Leben und ein wenig kokketieren gehört doch zu jeder Lebensgestaltung dazu und wird von Mann und Frau oder auch unter den Kindern beidseitig gern gesehen. Es gibt meist ein erfreuliches Ende, ein neues Kennenlernen oder wertvolles gemeinschaftliches Denken. Es ist nur ein kleines Pünktchen unseres SEIN`s welches sehr oft nur gut gemeint ist – selbst wenn es eine Herausforderung ist.
    Schöne lebensfrohe Zeit in der Vielfalt all seiner Gestaltungsformen wünsche für alle.

  5. Frederic Ch.Reuter sagt:

    DAS LEBEN!

    … und wenn deine Frage seine Runden gedreht hat, die Momente darüber genutzt wurden um erkennen geschenkt zu bekommen, dann wirst es vielleicht auch erkennen – die einzig wahre, richtige Antwort. Es ist »das Leben«, dass diese Menschen autorisiert. Allein im Bestreben sich selbst erhalten, allein um das einzig Lebenswerte zu bewahren, was das Leben so bunt, facettenreich und doch so gleichmäßig homogen macht – die einzig funktionierende Kakophonie, wilder chaotischer Unterschiede und Individuen, deren Gesamtbild eine homogene, gleichschwingende Masse macht.

    Was des einen hohes Lied der Individualität, ist des anderen Irritation sperriger Quergeister, die in geradezu himmelschreiender Oberflächlichkeit immer wiederkehrend skandieren, was alles aus Ihnen hätte werden können, die in der einhundertsten Wiederholung fluffiger Sprüche die niemals erreichbare Klasse eines Superknüllers wähnen, einen echten Schenkelklopfer endlich zu seinen Ehren erhebend wiederholen und nochmals, um nochmals einwerfend, obgleich sie längst bemerkt, dass sie selbst nicht mal mehr der lauteste Lacher, sondern sogar der Einzige, der überhaupt noch lacht, sind.

    Ja und obgleich es sie wahrlich „zu hauff“ gibt, die am Rest-Nervenkostüm nagen, wie tausende kleine Piranhas – ich verstehe, was Sie meinen!!!

    Es ist schlimm, unsäglich und kaum auszuhalten!

    Ja, sogar fast »so schlimm«, wie diese anderen Typen, die sich über sie aufregen, als gäbe es nichts schlimmeres auf und in diesem Leben 😉

    Sorry, nix für Ungut! Aber da konnt‘ ich einfach nicht widerstehen :-)))
    … and thx for the Fish 😉

  6. Ich denke, das waren andere mittvierziger Hipster von Welt.


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