Kindercomics

Dass es aus mannigfaltigen Gründen kaum etwas Schöneres und Sinnvolleres gibt, als seinen Kindern ein Buch vorzulesen, liegt wohl auf der Hand. Zumindest wohl auf Händen der meisten Menschen, die Blogs lesen. Besonders großartig ist es stets, den kleinen Nervbündeln etwas vorzutragen, das intellektuell zumindest marginal über Fillyniveau liegt, sodass man selbst auch was davon hat. Die Bundesliga des Vorlesevergnügens ist es fraglos, den kleinen Sackheim-Beutlins mit den  Büchern aus der eigenen Kindheit auf die Nüsse zu gehen und ihnen zum Beispiel Hotzenplotziges oder Langstrumpfiges näher zu bringen. Oder den kleinen Nick.

Comics spielten in meiner Kindheit eigentlich keine besonders wichtige Rolle. Dennoch habe ich phasenweise ganze Tage im Bett verbracht und alle verfügbaren „Asterix-“ oder „Lucky Luke“-Bände hintereinanderweg gelesen. Oder „Mickey Mouse“ oder „Fix und Foxi“, die „Kleinen grünen Männchen“ und die „Sturmtruppen“. Meine Eltern waren diesbezüglich sehr kulant. Und auch wenn sie – abgesehen von „Asterix“ und vielleicht dem „Globerik“ von Janosch – das alles für ausgemachten Quatsch hielten, waren sie doch froh, dass ich irgendetwas las.

Redaktionssitzung

Redaktionssitzung

Meine Kinder (4, irgendwas und 1,75) lesen auch. Also die Vierjährige natürlich vor allem. Sie liest alles und lässt sich alles vorlesen, was ihr in die Finger bzw. vor die Ohren kommt. Von Prinzessin- Lillifee-Zeitschriften über Grimms Märchen und Pixibüchern bis hin zu Comics. Comics bedeuteten dabei bis vor Kurzem vor allem meine alten, zerfledderten  80-er-Jahre Mickey Mouse-Hefte bis … ja bis ein großes Paket geliefert wurde – mit sechs Veröffentlichungen des Reprodukt-Verlags. Sechs Kindercomics.

Kurz erwähnen muss ich, dass ich die Bezeichnung „Kindercomics“ nicht ganz verstehe – aus meiner Sicht sind alle Comics für Kinder, abgesehen von diesen Pornodingern für perverse Japaner. (Ich kann euch aufschreien hören. Haha.)  Toll, an Comics im Allgemeinen und an denen des Reprodukt-Verlages im Besonderen, ist, dass sie auch für kleine Kinder, die des Lesens nicht mächtig sind, wunderbar funktionieren. Die Bilder erzählen Geschichten, die nicht zwingend einen Text benötigen (oder haben – wie die Comics „Kleiner Strubbel“ und „Superflora„, die nur aus einer Bildergeschichte bestehen). Gleichzeitig kann man sie natürlich auch prima vorlesen. Denn Comics bestehen fast nur aus Dialogen und es macht (mir) einen Heidenspaß, diese mit absurd verstellter Stimme vorzulesen. Dabei imitiere ich ein bisschen den @vergraemer – aber das muss unter uns bleiben. Meine Kinder finden das mit der verstellten Stimme total bescheuert. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert und das können die kleinen Rotznässer nicht früh genug internalisieren.

hilda

Daumen hoch für Hilda!

Was die Reprodukt-Comics angeht, so habe ich beide Kinder gefragt, welcher ihnen denn am besten gefällt. Mein Sohn, nennen wir ihn Horst, antwortete „Gagagag“ und auf meine Nachfrage präzisierte er „Mong mong gag ag gaga.“ Meine Tochter nannte ihr Prinzessinnengeschichtenbuch. Auf weitere Nachfrage und hochhalten jedes einzelnen der sechs Reprodukt-Veröffentlichung wurde strahlend „Hilda und der Mitternachtsriese“ genannt. „Weil das so schön ist.“ Und ich muss sagen: Ich stimme meiner Tochter zu. Der Comic/das Buch ist wirklich toll. Die Geschichte ist spannend, witzig und hat Tiefgang – so richtig mit Philosophie und so. Und Romantik! Meine Tochter ist ungefähr 3-4 Jahre zu jung, vielleicht auch 20 –  für diese Geschichte, aber zum Glück ist ihr das nicht bewusst. Und ich wette, das Buch wird jahrelang ein Dauerbrenner. Und – auch nicht unwichtig: Es ist stabil gearbeitet. Im Gegensatz übrigens zu „Mouk – Helden der Pedale„, das bereits nach 2-3-maligem in die Kinderhandnehmen den Geist bzw. seine Bindung aufgab. Da dies hier ja kein weichgespülter PR-Text, sondern ein knallharter Blogbeitrag ist, hebe ich den mahnenden Finger und fuchtele böse: DAS IST KEINE FÜR KINDER GEEIGNETE QUALITÄT. DAT GEHT AUSSEM LEIM! Schade eigentlich, denn die kleine Geschichte von den drei radelnden Freunden wäre durchaus des mehrmaligen Lesens wert gewesen.

So, die anderen beiden Comics lasse ich jetzt mal nahezu unerwähnt, da die Kinder sie bisher noch nicht so entdeckt haben. Außerdem will ich jetzt endlich posten. Ich hasse das, dass man erst immer was schreiben muss, bevor man es online stellen kann. Ariol scheint mir aber ein ziemlicher Kracher zu sein! Das Buch „Kiste“ ist derzeit irgendwie weg. Taucht schon wieder auf. Melde mich dann. Naja, vielleicht.

Vielen Dank auf jeden Fall allen, die etwas dafür können, dass ich diese Bücher bekommen hab. (Ich schreibe auch übrigens gerne mal was über Goldbarrendesign.)

Nicht sehr schlau, aber begeistert: Sohn Horst

Nicht sehr schlau, aber begeistert: Sohn Horst


Links:

Onkel @quitzi sein Blog

Die richtige Werbung für die Kindercomics gibt es hier


2 Kommentare on “Kindercomics”

  1. Persico sagt:

    … beim durchlesen des obigen textes kommt bei mir bereits eine gemütliche vorfreude auf, meiner tochter die entsprechenden comics zu ordern & in bälde vorzulesen – für 4 1/2 jährige ist es noch ein wunderbares abendvergnügen – gerade mit unterschiedlichen stimmvariationen ! – und ich freue mich auf die regnerischen nachmittage und die dunklen abende des herbstes, um mit ihr gemeinsam auf entdeckungsreise zu gehen … besten dank – persico

  2. schubi sagt:

    du schreibst viel zu selten! mehr mehr mehr bitte!


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