Mein Traumkinderzimmer

Werki, November 1981

Traumzimmer

 

Eine Eisentür. Lingks daneben eine anrichte, in der meine Privatsachen stehen und zu der nur ich einen Schlüßssel habe. Darauf steht eine Stereoanlanlage. Bis zum Fenster ein Regal in dem alle Udo Lindenberg Kassetten und Schallplatten ebenso alle AC/DC stehen, die es gibt. Außerdem weitere Kasetten von Jerri Lee Lewis und von den ???. Aber es müßssen auch meine Spiele und Sammlungen in dieses Regal. Dann Vor dem Fenster  steht der Schreibtisch. Dabeneben eine Riesenkiste von 3 qm voll mit Playmobil. 10 cm davon der Bücherschrank der bis zur Wand geht und in dem auch Fernseh- und Videogerät steht. Ein Stück weiter eine Matratze. gegenüber  Dahinter  das Bett, das mit Kaiserslautern oder AC/DC Bettwäsche bezogen ist. das geht wieder bis zur Wand. Dann wieder bis zur Tür der Kleiderschrank. Die Tapeten sind halb vom 1FCK und halb von AC/DC beklebt. Die Tapeten vom 1FCK sind mit meinen Sportlichen Urkunden und Kaiserslautern Postern behängt. Die AC/DC Tapeten mit Postern und Plaketen von AC/DC. Außerdem ist in meinem Bett eine Geheimtür eingebaut. Wenn man ein Wort sagt, geht sie auf und man kommt in einen Raum, wo man 9 Geräte hat, mit denen man in ein beliebiges Fußballstadion gucken kann. In diesem Raum stehen auch viele Pflanzen und Lexiken.


Hundeturnen

Heute gehe ich das erste Mal mit dem Dreijährigen zum Hundeturnen. Wir wollten ihn eigentlich zu einem Turnkurs anmelden, aber er schrie Zeter und Mordio, dass er auf keinen Fall in einen Turnkurs will. Auf die Frage, was er denn gerne machen wollen würde, äußerte er den Wunsch: „Etwas für Hunde“. Zum Glück gab es parallel zu dem Turnkurs für Kinder zeit- und ortsgleich auch einen Hundeturnkurs, in dem die Kinder so Hundesachen machen. Auf Bänken balancieren und klettern, rennen, auf Matten hüpfen, fangen spielen. Und so andere Hundesachen eben. Da gehen wir dann jetzt hin. Er freut sich schon sehr.

Einen Nobelpreis allerdings wird er wohl später einmal nicht heim bringen.


Papa, welche bist du?

Den ganzen Sonntag über die Frage meiner Tochter gegrübelt, welches Filly ich denn sein möchte bzw. bin. Erst hatte ich lange mit der Tagträumerin Gaia geliebäugelt, war dann aber zu dem Schluss gekommen, dass ich mich doch noch etwas lieber in der wagemutigen Prinzessin Sparkle verkörpert und repräsentiert sähe. Eben dann das dicke Ende: Jetzt will nämlich plötzlich sie Prinzessin Sparkle sein. So hatte ich mir das Wochenende aber echt nicht vorgestellt.


Fußgedanken

46zentimeter

Ohne, dass ich je tagelang darüber nachgedacht hätte, war ich immer halbbewusst der Ansicht, dass eine um 1 größere Schuhgröße auch einem Zentimeter mehr Fußlänge entspricht. Da ich nun heute unter der Dusche die Betrachtung dieses gesamtgesellschaftlich nicht unerheblichen Problems – obwohl das phänomenale Korrelat mir doch quasi zu Füßen lag – gedanklich fortgeführt habe, frage ich mich im Ergebnis nun, ob meine Füße wirklich 47 Zentimeter lang sind.


Heimweg

Gestern Abend war ich mit meiner Mutter im Kino. Geburtstagsgutschein einlösen. (Ihren.) Dann essen und paar Bier. Nett. Also wirklich. Nicht diese Kleine-Schwester-von-irgendwas-Abteilung. Nach einem der Biere berichtete sie mir, wie mein verstorbener Vater IMMER wenn sie zusammen aus waren auf dem Heimweg in das Gebüsch des 250 Meter von der Wohnung entfernten katholischen Kindergartens pinkeln musste. Ohne wenn und aber. Habe mich meiner Mutter gestern ziemlich nahe gefühlt. Meinem Vater sehr.


Alles gut.

„… aber sonst ist alles gut?“
„Nee, eigentlich nicht. Eltern beide letzte Woche gestorben.“
„Oh, okay. Aber sonst ist alles gut?“
„Geht so. Hab Krebs.“
„Ach, so. Aber sonst alles gut, was?“
„Naja. Frau ist abgehauen.“
„Mh. Aber sonst ist ja alles gut bei dir, oder?“
„Die schmeißen mich raus.“
„Mhmhmmh. Aber sonst ist doch alles gut bei dir?!“
„Jaja.“
„Hauptsache, ne. Alles klar. Bis denn mal.“
„Schüss.“


Kindergeburtstag? Ponyhof.

zug

Ich verstehe überhaupt nicht, dass andere Leute immer so ein Gewese um Kindergeburtstage machen. Alles halb so wild. Man spielt halt was mit den Kleinen, isst was zusammen, dann spielt man wieder. Dann gehen die Gäste. Dann räumt man 3 Stunden auf, renoviert die Küche, besucht die Verletzten im Krankenhaus, trinkt eine Flasche Cognac und geht um 8 ins Bett. Ponyhof.