Roggenmischknucki vs. Weizendinkelknuspi

Leute, die sich beim Bäcker minutiös die Unterschiede sämtlicher Sortimentsbrotsorten erklären lassen, während sich hinter ihnen mehrgleisige, wartende Menschenzüge sammeln, gehören erschossen. Soviel ist klar, da muss kein großes Ding draus machen. Aus diesem Grund frage ich so etwas auch nie, selbst dann nicht, wenn es leer beim Bäcker ist. Weil ich ein Beispiel geben will. Für andere. Egal. Heute habe ich es dennoch getan. Welch Teufel mich auch immer ritt, ich weiß es nicht. Aber ich wollte eben wissen, was das eine da für ein Brot ist und das daneben auch und wie die sich halt unterscheiden. Damit ich eine Entscheidung treffen kann, welches ich kaufen soll. Und ich frag so „Wo sind denn da die Unterschiede bei den Broten da?“ Und da sagt die mich bedienende Backwerk Sales Junior Managerin  – ich schwör! – „Ja, wie Unterschiede? Das eine ist dunkler.“ Hab ich gekauft. Das dunkle.


Das Schwein

Da macht sich so ein Bursche an meine Tochter ran. Als guter Vater war mein erster Impuls natürlich sofort, dem dreisten Typen direkt aufs Maul zu hauen oder ihn zumindest zur Rede zu stellen. Aber der Kerl sieht leider recht verwegen aus und hat meist ein paar seiner Kumpels dabei, die mich immer recht frech angrinsen. Vielleicht sollte ich doch den institutionellen Weg beschreiten und der Kindergärtnerin sagen, dass der Kerl von ihr weggesetzt wird. Zu seinem sechsten Geburtstag geht sie jedenfalls nicht. Oder nur über meine Leiche.


Ich geh nur kurz im Keller!

„Bin eben im Keller.“
„Ich auch eben im Keller!“
„Ich muss nur eben Bier holen.“
„Ich auch Bier holen.“
„Ich bin doch sofort wieder da. Eine Minute. Warte doch kurz.“
„ICH AUCH EINE MINUTE!!“
„Ich mach dich kaputt.“
„Ich mach mich auch kaputt.“

Einem Zweijährigen ist man rhetorisch einfach nicht gewachsen.


Hund, Katze, Maus oder Kaninchen

Die 5-Jährige will unbedingt ein Haustier. Zuerst war es ein Kaninchen. Aber sie hat eingesehen, dass die Biester, Kabel durchnagen und dass sie dann nicht mehr ihre Conni-CDs hören kann. Dann wollte sie einen Hund. Sie hat aber davon Abstand genommen, als sie erfuhr, dass sie dann 5 mal am Tag mit dem Tier raus muss. Auch nachts manchmal. Allein, wenn Mama und Papa schlafen und wenn es ganz dunkel ist und es donnert vielleicht sogar. Heute kam sie mit der Idee, eine Katze, das wär es doch. Die könnte dann ja im Garten leben. Wir haben kurz gesprochen und ich war so fair ihr zu eröffnen, dass die Katze dann auf jeden Fall das kleine Rotkehlchen, dass sie so mag, töten und fressen wird. Sie überlegt jetzt gerade, ob sie mit dieser Schuld leben will und wir sprechen dann noch einmal nachher über die Katze. Das ist schon wichtig, dass die Kinder sich mit Haustieren beschäftigen. Vielleicht haben wir dann ja bald sogar eine Katze. Bin gespannt.


Chancen und Resignationen

„… aber bevor Sie über einen Einsatz von Facebook oder auch Twitter nachdenken, überlegen Sie, ob Sie Ihre Website nicht ein bisschen in Richtung Social Media umgestalten. Nutzen Sie Sharing-Funktionen. Ergänzen Sie sie um ein Blog oder übernehmen Sie Elemente aus Blogs. Überdenken Sie das Design. Ist es so, wie Internetseiten, wie Blogs heute aussehen? Wenn Sie neben Ihrer – sagen wir hochoffiziellen Unternehmensseite – ein Blog starten, können Sie es nutzen, um online auf einer anderen Ebene mit Ihren Kunden zu kommunizieren, als Sie dies vielleicht bisher tun. Das bedeutet: persönlicher, also mehr als die Menschen, die Ihr Unternehmen ausmachen, denn als – wenn Sie so wollen – anonymes Unternehmen, das seine schriftlichen Mitteilungen an die Öffentlichkeit ausschließlich über Pressemitteilungen, Geschäftsberichte und fünfmal abgestimmte Texte auf der Startseite der Unternehmens-Website sendet. Beiträge in einem Blog vertragen ein Augenzwinkern, Witz, Selbstironie, Spontaneität und Begeisterung, jenseits von Werbephrasen. Sie müssen Ihr Blog auch nicht täglich mit neuen Inhalten füllen. Sascha Lobo zum Beispiel schreibt alle paar Wochen einmal einen neuen Beitrag in sein Blog. Wichtig ist, dass Sie ehrlich und – entschuldigen Sie die Phrase  – auf Augenhöhe mit Ihrer Zielgruppe interagieren. Mit den Social Media – und jetzt komme ich doch noch einmal kurz auf Facebook und Twitter – bietet sich ein völlig neuer Zugang, eine tatsächlich neue Form der Kommunikation. Sie müssen nicht der beste Freund Ihrer Fans und Follower werden, aber Sie erscheinen in Ihren Timelines zusammen mit ihren Freunden und Bekannten und Sie erscheinen nicht als Werbeblock, nicht als Advertorial, sondern als Bekannter, der kurz berichtet, was es bei ihm Neues gibt. Ich kann Ihnen nur raten, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zu prüfen, inwiefern Sie Social Media künftig in Ihrer Kommunikation nutzen wollen und können. Okay, bis hierhin. Vielen Dank. Haben Sie Fragen?“… „Wer ist Sascha Lobo?“


Das letzte Rätsel

Irgendwann, spätestens so ab 35, hält sich ja jeder Blödmann für fähig, sämtlichen Standardsituationen des gesellschaftlichen Miteinanders souverän zu begegnen. So auch ich. Bis auf eine Ausnahme, die ich hier kurz skizzieren möchte – dankbar, mal wieder ein Thema zu finden, das sich nicht in 140 Zeichen pressen lässt.
Kennen Sie das, wenn der Handwerker (m/w) kommt und er ist nett? Oder besser, nicht der Oberhandwerker selbst, sondern sein junger, dynamischer Hiwi (m/w). Und man spricht mit ihm, während er so rumhandwerkt? Über Schallplatten, Politik, Bier in Frankreich, Julihitze in Madrid, tote Väter oder Internetdingse? Und man unterhält sich wirklich gut, wie mit einem guten Bekannten eben und lacht laut und runzelt zusammen die Stirn und trinkt noch zusammen einen zweiten Kaffee und so und dann ist sein Handwerksding fertig und man sagt danke – und dann: Gibt man ihm 5 Euro oder nicht?

„Hello world!“ „Hello arme Fackel!“

Die Tatsache, dass der defaultetetetete Post bei WordPress „Hello World!“ lautet, ist eigentlich Grund genug, sich umgehend wieder abzumelden.