Heimweg

Gestern Abend war ich mit meiner Mutter im Kino. Geburtstagsgutschein einlösen. (Ihren.) Dann essen und paar Bier. Nett. Also wirklich. Nicht diese Kleine-Schwester-von-irgendwas-Abteilung. Nach einem der Biere berichtete sie mir, wie mein verstorbener Vater IMMER wenn sie zusammen aus waren auf dem Heimweg in das Gebüsch des 250 Meter von der Wohnung entfernten katholischen Kindergartens pinkeln musste. Ohne wenn und aber. Habe mich meiner Mutter gestern ziemlich nahe gefühlt. Meinem Vater sehr.


Ich geh nur kurz im Keller!

„Bin eben im Keller.“
„Ich auch eben im Keller!“
„Ich muss nur eben Bier holen.“
„Ich auch Bier holen.“
„Ich bin doch sofort wieder da. Eine Minute. Warte doch kurz.“
„ICH AUCH EINE MINUTE!!“
„Ich mach dich kaputt.“
„Ich mach mich auch kaputt.“

Einem Zweijährigen ist man rhetorisch einfach nicht gewachsen.


Hund, Katze, Maus oder Kaninchen

Die 5-Jährige will unbedingt ein Haustier. Zuerst war es ein Kaninchen. Aber sie hat eingesehen, dass die Biester, Kabel durchnagen und dass sie dann nicht mehr ihre Conni-CDs hören kann. Dann wollte sie einen Hund. Sie hat aber davon Abstand genommen, als sie erfuhr, dass sie dann 5 mal am Tag mit dem Tier raus muss. Auch nachts manchmal. Allein, wenn Mama und Papa schlafen und wenn es ganz dunkel ist und es donnert vielleicht sogar. Heute kam sie mit der Idee, eine Katze, das wär es doch. Die könnte dann ja im Garten leben. Wir haben kurz gesprochen und ich war so fair ihr zu eröffnen, dass die Katze dann auf jeden Fall das kleine Rotkehlchen, dass sie so mag, töten und fressen wird. Sie überlegt jetzt gerade, ob sie mit dieser Schuld leben will und wir sprechen dann noch einmal nachher über die Katze. Das ist schon wichtig, dass die Kinder sich mit Haustieren beschäftigen. Vielleicht haben wir dann ja bald sogar eine Katze. Bin gespannt.


Schweine

Habe in der Kneipe angerufen, ob die meine teuren Kopfhörer gefunden haben. Der Typ hat gesagt, dass nicht. Ich glaube dem kein Wort. Der war total komisch am Telefon. Schuldig irgendwie. Und da ändert auch der Umstand nix dran, dass ich die Kopfhörer inzwischen in meiner Jackentasche gefunden habe. Alles Schweine!


Chancen und Resignationen

„… aber bevor Sie über einen Einsatz von Facebook oder auch Twitter nachdenken, überlegen Sie, ob Sie Ihre Website nicht ein bisschen in Richtung Social Media umgestalten. Nutzen Sie Sharing-Funktionen. Ergänzen Sie sie um ein Blog oder übernehmen Sie Elemente aus Blogs. Überdenken Sie das Design. Ist es so, wie Internetseiten, wie Blogs heute aussehen? Wenn Sie neben Ihrer – sagen wir hochoffiziellen Unternehmensseite – ein Blog starten, können Sie es nutzen, um online auf einer anderen Ebene mit Ihren Kunden zu kommunizieren, als Sie dies vielleicht bisher tun. Das bedeutet: persönlicher, also mehr als die Menschen, die Ihr Unternehmen ausmachen, denn als – wenn Sie so wollen – anonymes Unternehmen, das seine schriftlichen Mitteilungen an die Öffentlichkeit ausschließlich über Pressemitteilungen, Geschäftsberichte und fünfmal abgestimmte Texte auf der Startseite der Unternehmens-Website sendet. Beiträge in einem Blog vertragen ein Augenzwinkern, Witz, Selbstironie, Spontaneität und Begeisterung, jenseits von Werbephrasen. Sie müssen Ihr Blog auch nicht täglich mit neuen Inhalten füllen. Sascha Lobo zum Beispiel schreibt alle paar Wochen einmal einen neuen Beitrag in sein Blog. Wichtig ist, dass Sie ehrlich und – entschuldigen Sie die Phrase  – auf Augenhöhe mit Ihrer Zielgruppe interagieren. Mit den Social Media – und jetzt komme ich doch noch einmal kurz auf Facebook und Twitter – bietet sich ein völlig neuer Zugang, eine tatsächlich neue Form der Kommunikation. Sie müssen nicht der beste Freund Ihrer Fans und Follower werden, aber Sie erscheinen in Ihren Timelines zusammen mit ihren Freunden und Bekannten und Sie erscheinen nicht als Werbeblock, nicht als Advertorial, sondern als Bekannter, der kurz berichtet, was es bei ihm Neues gibt. Ich kann Ihnen nur raten, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zu prüfen, inwiefern Sie Social Media künftig in Ihrer Kommunikation nutzen wollen und können. Okay, bis hierhin. Vielen Dank. Haben Sie Fragen?“… „Wer ist Sascha Lobo?“


Kindercomics

Dass es aus mannigfaltigen Gründen kaum etwas Schöneres und Sinnvolleres gibt, als seinen Kindern ein Buch vorzulesen, liegt wohl auf der Hand. Zumindest wohl auf Händen der meisten Menschen, die Blogs lesen. Besonders großartig ist es stets, den kleinen Nervbündeln etwas vorzutragen, das intellektuell zumindest marginal über Fillyniveau liegt, sodass man selbst auch was davon hat. Die Bundesliga des Vorlesevergnügens ist es fraglos, den kleinen Sackheim-Beutlins mit den  Büchern aus der eigenen Kindheit auf die Nüsse zu gehen und ihnen zum Beispiel Hotzenplotziges oder Langstrumpfiges näher zu bringen. Oder den kleinen Nick.

Comics spielten in meiner Kindheit eigentlich keine besonders wichtige Rolle. Dennoch habe ich phasenweise ganze Tage im Bett verbracht und alle verfügbaren „Asterix-“ oder „Lucky Luke“-Bände hintereinanderweg gelesen. Oder „Mickey Mouse“ oder „Fix und Foxi“, die „Kleinen grünen Männchen“ und die „Sturmtruppen“. Meine Eltern waren diesbezüglich sehr kulant. Und auch wenn sie – abgesehen von „Asterix“ und vielleicht dem „Globerik“ von Janosch – das alles für ausgemachten Quatsch hielten, waren sie doch froh, dass ich irgendetwas las.

Redaktionssitzung

Redaktionssitzung

Meine Kinder (4, irgendwas und 1,75) lesen auch. Also die Vierjährige natürlich vor allem. Sie liest alles und lässt sich alles vorlesen, was ihr in die Finger bzw. vor die Ohren kommt. Von Prinzessin- Lillifee-Zeitschriften über Grimms Märchen und Pixibüchern bis hin zu Comics. Comics bedeuteten dabei bis vor Kurzem vor allem meine alten, zerfledderten  80-er-Jahre Mickey Mouse-Hefte bis … ja bis ein großes Paket geliefert wurde – mit sechs Veröffentlichungen des Reprodukt-Verlags. Sechs Kindercomics.

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Ach, die Frau Dings.

„Ach, guten Tag.“
„Hallo, guten Tag.“
„Das ist ja schön.“
„Das ist ja nett.“
„Wir haben uns ja ewig nicht.“
„Aber wirklich.“
„Wusste gar nicht, dass Sie…“

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